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St. Jakobus Gielsdorf 1980/ Teil 2
Von der mittelalterlichen Burgkapelle zur heutigen Pfarrkirche Teil 2

Ein wichtiger Tag in der Geschichte der Gielsdorfer Kirche war der 6.1.1869, als in der Wirtschaft Winterscheidt der "Jakobus- und Margarethenverein" gegründet wurde.

Dieser Kirchbauverein, in dem jeder Bürger Mitglied war, führte mehrere Jahre lang Spendensammlungen durch. Auf einer Sitzung des Vereins wurde am 6. Januar 1878 beschlossen, einen Plan für einen Kirchenneubau anfertigen zu lassen. Diese Planung übernahm daraufhin der Diözesanbaumeister Vinzenz Statz.
Weil durch Stiftungen und Spenden eine Summe von 9813 Mark zusammengekommen war, konnte am 27. April 1879 der Grundstein zum Anbau der zweischiffigen Kirche gelegt werden.

Bereits am 13. Juli 1880 fand die feierliche Einweihung statt.
Während der Ausschachtungsarbeiten waren Skelette in sitzender Stellung und in den Resten einer alten Gußmauer römische Münzen gefunden worden.

Am 2. Juni 1891 wurde die Genehmigung zur Ausmalung der neuen Kirche gegeben. Die den Chorraum ausfüllenden Ölgemälde, zeigten rechts die Ölbergszene, links eine Krippendarstellung, seitlich des Hochaltares Abraham, der seinen Sohn opfern will, sowie über dem Altar Gott Vater.
Da die alte Kapelle Verfallser- scheinungen zeigte, wurde sie 1895 unter Leitung des Architekten Carl Hupe aus Bonn renoviert.
Dabei wurden das Dach und die Kreuzgewölbe erneuert.


Im August 1899 wurde ein Vertrag mit dem Bonner Orgelbauer J. Klais abgeschlossen und daraufhin erhielt die Gielsdorfer Kirche 1900 eine Orgel im Werte von 2480 Mark.
Etwa zur gleichen Zeit entstand das heute noch vorhandene Taufbecken.
Am 17. Mai 1920 trennte sich Gielsdorf von Lessenich und wurde somit eigene Pfarrei. Um 1933 wurden die Pläne zum Bau eines Kapitelsaales aufgestellt, die man jedoch nie verwirklichte.


Zur selben Zeit kam es zur Restaurierung der im Jahre 1848 wiederentdeckten Fresken im Chor der Kapelle. Diese waren damals auf Anweisung vom Oberpfarrer Münch freigelegt, jedoch auf Grund ihres scheinbar geringen Wertes übertüncht, aber auf Anweisung des Generalvikariats erneut freigelegt worden. Die Sicherung der Fresken war allerdings erst durch die Arbeiten im Jahre 1966 ermöglicht worden.



Eine Trockenlegung der Kirche wurde 1956 durch Einsetzen besonderer Steine in die Mauern durchgeführt. 1958 empfahl der Restaurator Gangolf Minn die figürlichen Malereien im Chor zu entfernen, da die Ölfarben auf der Wand abblättern und diesen Teil der Kirche zu sehr verdunkeln würden.
Die Wände sollten kalkweiß gefärbt und die Gewölbe- begrenzungen entfernt werden.
Weiterhin schug er vor, auch die Seitenaltäre, die natürlich lackert waren, hell zu streichen und die Figuren zu restaurieren. Diese Neuerungen wurden im selben Jahr noch ausgeführt.
1964 wurden Kapelle und Turm verputzt und gestrichen.
Der Eingang, der neben dem Turm direkt in die Kirche führte, wurde zugemauert. Statt dessen brach man 1966 die ehemals an der Westseite des Turmes vorhandene Tür wieder auf und schuf, wo früher der Beichtstuhl stand, eine neue Verbindung zwischen Turm und Kirchenschiff. Der Beichtstuhl wurde in eine Nische in der Seitenwand der Kirche eingelassen.
Den Aufgang zur Empore, der früher über eine Holztreppe aus dem Turm hinaufführte, ersetzte man durch die heutige, von außen angebaute Treppe.







Im darauffolgenden Jahr entstand außerhalb des Gebäudes am Hang eine breite Treppe, die den Weg zur Kirche erleichtert.


















Durch den Erlös des Pfarrfestes 1979, sowie einer Spendensammlung wurde ermöglicht, die auf der Ostseite noch vorhandenen, von G. Jörres in den zwanziger Jahren geschaffenen Fenster zu renovieren und nach seinen Plänen auch die einfachen Fenster an der Westseite durch farbige zu ersetzen. Diese Arbeiten werden zur Zeit(1980) von seinem Sohn Karl Jörres durchgeführt.



... weiter geht es bei Teil 3
mit Beschreibung und Fotos der Kirche von innen.




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